Marktteilnehmer an der Börse

Marktteilnehmer an der Börse

By : -

Marktteilnehmer an der Börse

Vielleicht hattest du schon mal diese Situation: Du hast eine schlechte Nachricht einer Firma gelesen und schaust nach dem Kurswert. Doch, was ist das ? Der Kurs steigt? Oder ohne erkennbaren Grund fällt der Kurs um 3%. Im ersten Teil von Grundlagen der Börse haben wir schon gelernt das eigentlich alles auf das Verhältnis von Angebot und Nachfrage zurückzuführen ist. Doch wer steckt eigentlich alles hinter der Nachfrage? Diese Frage möchte ich dir hiermit mal beantworten.

 

Private Kleinanleger (allgemein)

 

In Deutschland haben wir (Stand 2016) ca. 4.38 Mio. direkte Privatanleger. Das ist, verglichen mit anderen Ländern, ein sehr kleiner Teil. Doch haben wir  auch noch die Privatanleger, die indirekt an der Börse handeln, indem sie in ETF`s und Fonds investieren. Grund für das Ablehnen der Aktien war zum großen Teil die .com-Blase um die Jahrtausendwende und der damit verbundene Kurseinbruch an der Börse. Viele Privatanleger haben damals viel Geld verloren.  Seitdem fassen viele Deutsche eine Aktie nicht mal mehr mit der Kneifzange an. Gründe dafür sind zum einen, dass mangelnde Wissen und die einseitige Beratung der Anleger. Denn eines kann man festhalten: Privatanleger sind die Gruppe an der Börse mit dem geringsten Wissen und Erfahrung. Darum ist eine frühe finanzielle Bildung  wichtig. Im momentanen Umfeld wollen Privatanleger mit Aktien und anderen Wertpapieren vor allem die niedrigen Zinsen ausgleichen.  Der größte Fehler der deutschen Anleger bleibt immer noch, dass sie gar nicht  erst in Aktien investieren. Der zweite Fehler ist die mangelnde Konsequenz auch bei Kursverlusten die Nerven zu behalten und die Situation richtig einzuschätzen.  In den USA haben wir dagegen ein ganz anderes Grundwissen und Verständnis  über Aktien. Eine in den USA weit verbreitete Anlegergruppe, die hier in Deutschland immer mehr Zustimmung findet, erkläre ich dir im nächsten Absatz.

Buy and Hold Anleger

 

Die Buy and Hold Anleger sind nur eine Unterform  des Anlegers. Dazu können Privatanleger, aber auch Money-Manager gehören. Da jedoch sehr viele Privatanleger Buy and Hold Anleger sind, möchte ich sie hier extra aufführen.

Der Buy and Hold Anleger kauft eine Aktie und behält sie für Jahrzehnte. Später dienen die Aktien als Altersvorsorge oder als finanzielle Hilfe für Kinder und Enkel. Der Buy and Hold Anleger setzt auf erstklassige Aktien verschiedener Länder und über viele Branchen verteilt. Er nimmt sich am Anfang sehr viel  Zeit die rausgesuchte Aktie selber zu bewerten und den Geschäftsverlauf zu 100% zu verstehen. Erst dann kauft er eine Aktie. Hat er sie dann gekauft, interessieren ihn Kursschwankungen herzlich wenig. Vielmehr kauft er bei Kurseinbrüchen noch günstig nach.

Firmen

 

Ja auch eine ganz normale Firma kann an der Börse handeln. Aber warum?

Firmen können zum einen auch das Ziel haben, einen Kursgewinn zu erzielen. Oft haben Firmen aber ganz andere Hintergründe. Zum Beispiel könnte ein Grund sein, dass sie Konkurrenten aufkaufen wollen. Ein anderer Grund ist , dass sie ihr Produkt Portfolio erweitern wollen. Sehr gutes Beispiel dafür, ist der Aufkauf von Monsanto durch Bayer. Bayer konnte so die eigene Produktpalette erweitern.  Hier wird deutlich wie unterschiedlich die Interessen an der Börse sein können.  Deshalb  kann ein Kurs auch mal 3% nach oben gehen, ohne das wir einen sichtbaren Grund dafür finden.

 

Money- Manager

 

Zu ihnen zählen alle Fondmanager und Vermögensverwalter. Sie handeln mit vielen Milliarden. Doch handeln sie nicht mit ihrem eigenen Geld, sie handeln mit dem Geld ihrer Kunden.  Wie schon bei den Privatanlegern angedeutet, sind die Money- Manager die Leute, die das Geld derjenigen verwalten, die in Aktien und Anleihen investieren wollen, aber sich nicht aktiv mit dem Thema beschäftigen wollen oder können. Diesen sehr aufwendigen Job machen die Money-Manager aber nicht umsonst. Man zahlt bei aktiv gemanagten Fonds eine Gebühr. Money-Manager können oft nicht so flexibel handeln wie ein Privatanleger. Zum einen müssen sie die Strategie, die sie den Kunden im Fonds-Info Blatt versprochen haben, einhalten. Zum anderen können sie mit den Milliarden die sie verwalten nicht einfach in ein Wertpapier investieren, da sie allein mit ihrem Kapital  schon den Kurs in die Höhe treiben würden. Darum müssen sie Wertpapiere meistens in kleinen „Häppchen“  kaufen.  Eine weitere Besonderheit ist, dass die Money-Manager  ihr Geld immer zu 100% oder mindestens  99%  investiert haben. Sie können in marktschwachen Phasen keine Cash-Reserve zurückbehalten.

 

Arbitrageure

 

Zugegeben, in der heutigen digitalen Zeit ist diese Form des Handelns fast nicht mehr möglich. Lediglich die großen Banken, die direkt neben der Börse ihre starken Internetleitungen haben, können eine Arbitrage erzielen. Doch was ist das ? Arbitrageure kaufen und verkaufen im gleichen Zeitpunkt an zwei unterschiedlichen Standorten. Sind die Kursdifferenzen zwischen beispielsweise Frankfurter und New Yorker Börse so groß, dass sie die Gebühren übersteigen, erzielt der Arbitrageure einen Gewinn. Diese Gewinne sind sehr klein, doch dafür weiss der Arbitrageure vorher, wie hoch sein Gewinn ist und  unterliegt fast keinem Risiko.

 

Daytrader

 

Daytrader sind nur eine sehr kleine Gruppe die an der Börse agiert. Da jedoch schon im Fernsehen und in den Sozialen Medien sehr viel Werbung zum Thema Daytrading gezeigt wird, möchte ich sie mit aufführen.

Jeder Daytrader handelt andere Wertpapiere an der Börse. Doch sie alle kaufen und verkaufen in einem sehr kurzem Zeitraum. Dieser kann einen bis 10 Tage betragen. Daytrader möchten also nicht auf lange Sicht vom Gewinn der Firmen profitieren, sondern nur Kurze Zeit mit dem Kurs mitgehen und Gewinn erzielen. Das kann bei steigenden Kursen, wie auch bei fallenden Kursen passieren. Ihr wichtigstes Werkzeug ist hierbei der Chart, in ihm wird der Kursverlauf der Vergangenheit abgebildet. So können sie sehen, wie der Kurs sich in der Vergangenheit verhalten hat und Rückschlüsse auf das jetzige Handeln ziehen. Viele versuchen sich am Daytrading , da hier  hohe Renditen möglich sind . Doch das kurzfristige Handeln fordert ein hohes Maß an Disziplin, Wissen und Erfahrung, weshalb auch 95% der Daytrader langfristig einen Verlust machen.

 

Spekulant

 

Zu guter Letzt möchte ich noch kurz und knapp auf die Gruppe der Spekulanten eingehen.  Da dieses Thema aber so groß ist, dass man ihr einen eigenen Artikel widmen könnte ( wie bei fast allen hier genannten Markteilnehmern) umreiße ich das Feld der Spekulanten nur.

Ein Spekulant geht in der Regel viel höhere Risiken ein als ein klassischer Anleger. In dem er sich intensiv mit der globalen und nationalen Wirtschaftslage auseinandersetzt, sucht er Chancen die noch nicht im Kurspreis eingespeist sind und versucht so, von den zukünftigen Kursdifferenzen zwischen Kauf und Verkauf zu profitieren. Im Gegensatz zum Buy and Hold Anleger liest er sich  jede Nachricht aufmerksam durch. So ist er immer am Puls der Wirtschaft und kann neue vielversprechende Trends schnell mit in seinem Portfolio aufnehmen. Viele setzen Daytrader und Spekulanten gleich. Doch können Spekulanten viel langfristiger handeln und agieren.  Außerdem setzen die Spekulanten nicht auf den Chart als einziges Werkzeug.

Der Markt ist auch auf Spekulanten angewiesen. Ohne Spekulanten wären viele Wertpapiere längst nicht so liquide und jederzeit handelbar. Das ergibt sich aus der hohen Risikobereitschaft der Spekulanten. Sie handeln auch noch in Situationen wo andere nicht mehr handeln. Diese Risikobereitschaft kann mit überdurchschnittliche Renditen belohnt werden.

Follow by Email
Facebook
Facebook
TWITTER
Instagram501

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.